Sonntag, 29. Dezember 2013

Unser Tierschutz-Jahresrückblick: Glück und Trauer


Wenn wir so am Ende eines Jahres zurück blicken, dann ist das immer eine Mischung von Freude und Trauer, von Zorn und Glück - eine emotionale Achterbahn. Ruhig war es nie und wird es wohl auch nicht werden. Mit jedem Telefonklingeln können es wieder neue Katastrophen sein: Gequälte, ausgesetzte, misshandelte Tiere. Fälle von Animal Hoarding. Schwer verletzte Tiere, Tiere bei denen schlimme Krankheiten festgestellt wurden. Das alles frisst einen auf, macht mutlos, trautig, wütend, hilflos, erschöpft. Und es ist schwer, nicht an menschlicher Dummheit, Bosheit, Grausamkeit, Gleichgültigkeit zu verzweifeln und zu verbittern.

Und dann gibt es auch die Glücksmomente, die Zuneigung, die Solidarität, die Hilfe, die Erfolge, die Freude. Dafür möchte wir Danke sagen. All denen, die uns geholfen haben, mitgelitten, mitgefiebert, angepackt und nicht weggesehen haben. Alleine sind wir nichts, zusammen bewegen wir viel.  

In diesem Sinne wünschen wir uns ein gutes, ein besseres neues Jahr mit Ihnen gemeinsam.

Und wir wollen nicht vergessen, an die zu erinnern, die uns eine Zeit lang begleitet haben und die wir so vermissen. Allen voran unsere Kollegin Marita, die in ihrer Familie, bei ihren Freunden und bei uns eine große Lücke hinterlassen hat.

Und stellvertretend für alle anderen: Quindt, der nur so kurz wenigstens einmal erleben durfte, was wahre Zuneigung bedeutet



Oder Milli, das klügste Kaninchen, das wir je kennenlernen durften



oder Andabi, eine Hündin, die mehr ertragen hat, als ein Mensch es je könnte..oder Mascha, Pauls große Liebe oder...

Egal, wer sie waren und wie lange wir sie bei uns hatten. Wir werden sie nicht vergessen.


  

Dienstag, 10. Dezember 2013

Delegation des EU-Parlaments in Rumänien: Hundetötung

LiebeTierfreunde,
Infolge der zahlreichen E-Mails, die von Bürgern aus dem ganzen Europa, die gegen das neue Gesetz über die Tötung der Hunde, die nicht innerhalb von 14 Tagen adoptiert werden, protestierten, empfangen wurden, war am Mittwoch, der 4. Dezember, eine Delegation des Europäischen Parlaments in Rumänien um mit den zuständigen rumänischen Entscheidungsträgern zu reden.
Die Delegation des Europäischen Parlaments bestand aus: MEP Janusz Wojciechowski, Ehrenvorsitzender der Interparlamentarischen Gruppe für Tierfürsorge und -schutz, MPE Andrea Zanoni, stellvertretender Vorsitzender der Interparlamentarischen Gruppe, Magdalena Majerczyk, Beraterin der ECR - Gruppe, Dr. David Prichard – Experte im Bereich der Betreuung der Straßenhunde, Karolina Tomaszewska und Andreas Erler seitens des Europäischen Parlaments.
Die Delegation des Europäischen Parlaments haben die Vertreter der Nationalen sanitärveterinär- und Lebensmittelschutzbehörde - ANSVSA und den Oberbürgermeister der Großstadt Bukarest, Herrn Sorin Oprescu getroffen.

Mit dem Bürgermeister der Großstadt Bukarest war auch Razvan Bancescu, Leiter der ASPA (Leiter der Hundefängerabteilung des Rathauses) anwesend, dessen Rede ausschließlich auf der Abwertung der NGOs und der Tierliebhaber konzentriert war: “Profiteure”, “falsche Tierliebhaber”, mit “illegalen Tierheimen, in denen die Hunde in prekären Bedingungen gehalten werden” die er persönlich “gesehen” hat, als er mit einem kleinen Spionhubschrauber diese beobachtete. Ferner erklärte er, dass “infolge” der Tatsache, dass er seit September bis jetzt 4000 Hunde gesammelt hat, die Anzahl der gebissenen Personen von 700 auf 300 monatlich verringert wurde (und in Bukarest, aufgrund der ASPA - Einschätzungen,... “nur 61000 Hunde geblieben sind”!). Ferner erklärte der ASPA – Leiter, dass 30000 Hunde (mit und ohne Inhaber) sterilisiert wurden, wobei er aber in diesem Zusammenhang ausgelassen hat, dass die meisten davon durch NGOs und Privatpersonen und nicht durch ASPA sterilisiert wurden. Die Tierschützer-/Liebhaber, die seit Jahren tätig sind, haben Hunderttausende Hunde durch Sterilisierungskampagnen gerettet, in deren Häusern und Höfen zahlreiche Hunde genommen und deren Einnahmen für die Rettung der Hunde ausgeben werden durch unwahren und verleumderische Kampagnen von ASPA und von anderen Behörden attackiert, nur damit die Bevölkerung diese Einrichtungen und nicht die Exterminierungslager der Rathäuser, wo Millionen Euro in privaten Interessen ausgegeben werden, sieht.

Das Programm der Delegation des Europäischen Parlaments sah auch ein Treffen mit einem Vertreter der Regierung vor, wobei aber dieses Treffen durch die Regierung nur eine Stunden vorher annulliert wurde. Der offizielle Grund war, dass ein “erheblicher Notfall aufgetreten war” aber scheinbar führte die Angabe der Presseerklärungen, welche durch die europäische Delegation beabsichtigt waren, zu diesem Rücktritt, was aber nur zur Verschlechterung des Images Rumäniens beitragen wird.

Scheinbar führte der Besuch der Delegation des Europäischen Parlaments zur Verschiebung der Genehmigung der offiziellen Einleitung der Hundetötung.

Die Mitglieder des Europäischen Parlaments erklären durch deren Schreiben, dass „die willkürliche Tötung der Straßenhunde, unter Anwendung unmenschlicher Methoden, eine unsichere, unmenschliche und wirkungslose Kontrollmethode ist, die keine Lösung für die Probleme in Zusammenhang mit der Überbevölkerung der Straßenhunde darstellt. Dadurch wird ein besonders negatives Image Rumäniens in der europäischen Öffentlichkeit gebildet”. „Zusätzlich zu den Sorgen im Tierschutzbereich stellt die willkürliche Tötung der Straßenhunde auch ein Risiko für die Gesundheit der Menschen dar. Die willkürliche Tötung stellt ein wirkungsloses Mittel zur Kontrolle und Vorbeugung der Zoonosen, wie zum Beispiel Tollwut, dar und widerspricht den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE).” „Wir würden Ihnen raten, eine menschlichere Politik in Zusammenhang mit der Hundepopulation in Rumänien, aufgrund der Empfehlungen der Internationalen Koalition zum Management der Haustiere (ICAM ), zu fördern, wobei dadurch den Regierungen empfohlen wird, eine wirkungsvolle und nachhaltige Lösung in Zusammenhang mit den Gründen des Auftritts der Straßenhunde zu entwickeln und nicht nur die Auswirkungen, die durch die gegenwärtige Hundepopulation hervorgerufen werden, zu berücksichtigen.
 
Im Rahmen des Treffens mit der Delegation des Europäischen Parlaments haben wir die tatsächliche Situation der Hunde in Rumänien und die getroffenen Maßnahmen, die Ergebnisse des Tötungsprogramms, dass in Rumänien angewandt wird, die riesigen Budgets, welche durch die Rathäuser ausgegeben werden, aber auch Strategien für die wirksame Verwaltung und die Ergebnisse des Programms der NGOs zur Sterilisierung und Freilassung am Herkunftsort dargestellt.

Die Delegation des Europäischen Parlaments wird einen neuen Bericht über den Besuch in Rumänien erstellen.
Besten Dank!
Carmen ARSENE

Freitag, 6. Dezember 2013

Fridoline und Flori im neuen Zuhause

Wir sind Fridoline und Flori und wurden am 26.05.2013 geboren. Leider wurde unsere Mama Frederika vor unserer Zeugung rausgeworfen und musste sich draußen durchschlagen. Als wir 4 Kinder zwei Wochen alt waren, kam unsere Familie in eine AGT-Pflegestelle. Es war eine sehr schöne Zeit, vor allem, weil wir mit anderen Katzenkindern spielen und lernen konnten.
Unsere Mama und unser Bruder Ferrero haben bereits neue Zuhause gefunden.
Auch wir hatten schon das Glück: Eines Nachmittags bekamen wir Besuch von drei ganz lieben Menschen; sie setzten sich zu uns auf den Boden und bedrängten uns nicht. Das war für uns ein Zeichen, dass wir den ersten Schritt machen mussten.
Meine Schwester Flori wagte es als erste, die Menschenkinder zu beschnuppern und ich bemerkte gleich, das es wirklich liebe Menschen waren, somit traute ich mich auch von meinem sicheren Kratzbaum runter.
Sie haben sich viel Zeit mit uns genommen und spielten wie verrückt mit uns. Doch jede schöne Spielzeit geht einmal zu Ende und sie verließen uns wieder, um über eine Entscheidung zu schlafen
Schon am nächsten Tag kam der Anruf, dass wir umziehen dürfen; wir haben wohl bei den Menschen einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Am 21.10.13 ging die Reise nach Düsseldorf los. Nach 20 Minuten hatten wir unser Ziel erreicht, unser neues Frauchen half Frau Becker, uns in unser neues Reich zu tragen.
Aus unserer Sicht war dieses Reich riiiiiieeeeesig. Nach kurzer Zeit wagte Flori sich als erstes raus und schlich ins Wohnzimmer. Da sie nicht mehr wieder kam, wurde ich neugierig und schlich hinter her.
Im Wohnzimmer erwartete uns etwas, was wir bis dahin noch nicht kannten, etwas sehr flauschiges, dass unser neues Frauchen Teppich nennt. Flori und ich haben ihn sofort in Beschlag genommen, er war so weich. Aber noch etwas anderes haben wir entdeckt, einen riesigen Kratzbaum nur für uns alleine…..
Die erste Zeit war alles so aufregend und spannend, es waren andere Geräusche zu hören, z.B. die Klospülung war uns total suspekt. Oder dieses Ding, das unsere Haare vom Boden saugt und das Ding, was Frauchens Haare trocknet… unheimlich… Aber wir haben uns an alles gewöhnt, unsere neue Familie hat uns ganz langsam daran geführt, und zwar so behutsam, dass wir jetzt sogar schon total entspannt auf dem Kratzbaum liegen können, wenn Frauchen unten saugt.
Es gibt so viele Plätze, die extra für uns sind, in jedem Raum liegt eine Decke, wo wir schlummern können.
 
Aber am liebsten sind wir ganz nah bei unseren Dosenöffnern und lassen uns krabbeln.
Nach jedem Schlummern folgt eine Spieleinheit.
Besonders spannend sind die Gardinenschals im Schlafzimmer: Dahinter kann man sich wunderbar verstecken und die wackeln so schön, es kommt schon mal vor, das unsere Krallen uns nicht gehorchen und plötzlich in der Gardine hängen.
Unser Frauchen ist uns dann aber nicht böse, sie meinte, wir sind ja noch jung und das legt sich bald ;-)
Wir hoffen, dass unsere anderen Spielgefährten bei Frau Becker auch ganz schnell neue Dosenöffner mit Herz finden.